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David, 40

04.04.2021  |  Humans by Calumed

Als junger Mann wollte ich auf Wanderschaft gehen und auf der Walz das Handwerk des Zimmermanns erlernen. Es reizten mich dabei vor allem auch das Abenteuer und die Möglichkeit, neue Menschen kennenzulernen. So ging ich auf die Walz. Ich wusste irgendwie schon instinktiv, auch durch meine Erfahrungen als Zivi, dass ich im Kontakt mit anderen Menschen am besten lerne und wachse. Auf meiner Wanderschaft begegnete ich Calumed und dem Refugium. Eigentlich fand ich da schon alles, was ich mir erträumt hatte. Menschen, die sich für andere Menschen engagieren, wo jeder sein durfte, wer er war, egal woher er oder sie kam. Ein Ort, eine Gemeinschaft, die offen dafür ist, Menschen darin zu unterstützen, die zu werden, die sie sein können und wollen. Eine Schule fürs Leben ohne Lehrplan, aber immer mit Herz für Mensch und Natur. Aber so sehr mich das faszinierte, ich wollte meine Walz erst zu Ende bringen. Das habe ich auch gemacht. Ich bin Zimmermanngeselle. Die Verbindung blieb. Und hier dockte ich nach meiner Walz wieder an.

Ich brachte mein Knowhow als Zimmermannsgeselle ein, baute und arbeitete mit und step by step wurde der Diamant, der ich bin, geschliffen. Dabei spürte ich, das reine ‚Hüttenbauen' hatte sich überlebt. Ich wollte und konnte mehr. Heute bin ich Ergotherapeut, arbeite in einer Werkstatt für Menschen mit einer psychischen Behinderung, und bin dort gegenwärtig Abteilungsleiter. Auch im Rahmen von Calumed wollte ich mehr Verantwortung tragen und mich einbringen. Inzwischen bin ich mit im Vorstand, hospitiere im SET-Training und bin Teil des Teams der Beratungsstelle. Das alles fühlt sich gut und richtig an.

Ein Mensch ist für mich einer, der zuhören und sich einlassen kann, der Raum lässt für Stille, der bei Bedarf aber seine Stimme erheben und laut werden kann. Ein Mensch kennzeichnet sich durch Authentizität und Mitgefühl. Ein Mensch ist einer, der liebt und sich lieben lassen kann.

Mensch werden. Mensch bleiben.