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Sandra, 53

25.04.2021  |  Humans by Calumed

Als ich dreizehn Jahre alt war, war es mein Traum Kinderkrankenschwester zu werden. Ich wollte bei ihnen sein, sie beschützen und dazu beitragen, dass sie wieder gesund werden. Doch irgendwie kam ich aufgrund von Ratschlägen von nahestehenden Menschen erstmal davon ab. Ich sollte Sekretärin werden, doch das ging für mich gar nicht. Mein beruflicher Weg führte mich in die Diagnostik/Forschung der Universitäten. Dreißig Jahre arbeitete ich als MTA in verschiedensten Laboren für Microbiologie, Molekularbiologie und Genetik. Während dieser Zeit machte es mir auch viel Freude Studenten bei ihrem Studium bis zu ihren Diplom- und Doktorarbeiten zu begleiten.
Ich sah hier auch mein Wirken in einem Arbeitsfeld, wo ich mithalf, die Welt ein kleines bisschen besser und schöner zu machen. Ich vergaß regelrecht meinen Traum aus der Jugendzeit. Doch irgendwann zeigte mir das Leben einen neuen Weg, den es vielleicht galt zu gehen. Ich startete mit der Ausbildung zur Heilpraktikerin, kam so mit ausnahmslos neuen Menschen in Berührung und bekam die Gelegenheit ehrenamtlich in einem Kinderhospiz zu arbeiten. Später arbeitete ich in einer freien Schule, es erfüllte mich und fühlte sich so gut an. Ich näherte mich im Grunde immer mehr meinem ursprünglichen Lebensplan an und merkte das doch Kinder das Wichtigste und unsere Zukunft sind. Jetzt arbeite ich in einem Heilpädagogischen Förderzentrum für Kinder und fühle mich angekommen.
Ein Wunsch für die Zukunft wäre da noch: Ich würde gern ein „Refugium für Kinder leiten". Ein Refugium, das das Herz, die Hand und den Verstand fördert, wo ihnen Halt gegeben wird. Ich glaube, das ist das, wofür ich in diese Welt reingeboren bin.

Ein Mensch ist für mich ein Mensch, wenn er sich zeigt, wie er ist: offenherzig und berührbar, ganz da mit allem was er hat und was er ist. Ein Mensch, der lacht und weint, der Liebe geben und auch Liebe annehmen kann.

Mensch werden. Mensch bleiben.